Baselbieter Kantonalturnfest in Aesch
D’Speedys in Aesch oder «Wo isch dr Wale?»

tk. Intensiv war die Vorbereitung auf das Baselbieter Kantonalturnfest 2010 in Aesch. Nicht dass es viele Trainings gegeben hätte. Nein, dafür kam der Juni heuer etwas zu früh und die Präsenz der Aspiranten auf einen Kaderplatz war sowieso zu dünn, als dass sich Ausscheidungen gelohnt hätten. Die wenigen Trainings waren auch nicht überaus anstrengend, zumindest nicht in körperlicher Hinsicht. Herausgefordert waren die für Fit & Fun vorgesehenen Speedys aber durch die neuen Spiele bzw. den Auftrag, die Orientierung auf dem Platz nicht zu verlieren und den Ball der geworfen werden soll bzw. den Empfänger dieses Balles nicht aus den Augen zu verlieren. Lustig war’s auf jeden Fall – zum Zuschauen und auch zum Trainieren. Die Werfer ihrerseits versuchten sich dem Naturgesetz widersetzen, nach dem die Kugel, der Wurfkörper und oft auch der Schleuderball Jahr für Jahr einen Meter weniger weit fliegen will. Die wichtigste Frage in den Trainings war aber: «Wo isch dr Wale – chunnt er au i däm Johr?»
Samstag 7 Uhr in der Früh, das Top Kader taucht auf. Dazu auch Nandi, der Präsi. Er soll aufgebaut werden als zukünftiger Teamleader, langsam an grosse Aufgaben herangeführt werden, im Schatten der Silberrücken Wettkampferfahrung sammeln und das Ritual des gemeinsamen "Wettkampfgipfelessens" erleben dürfen. Alle sind da, fast alle. Die Frage aber bleibt: «Wo isch dr Wale?»
Aesch – schnell gefunden! Festgelände – auch schnell gefunden. Parkplatz – naja, Detachement «Lehrer-Auto» bestimmt nach einer Ehrenrunde durchs schlafende Quartier einen 10m2 freien Platz als Parkplatz. Wurfanlage – nach langem Suchen und erst mit viel Glück gefunden. Aber, «wo isch dr Wale?» Er hat die Anlagen immer noch nicht gefunden, das gibt's doch nicht, das ist noch nie passiert.
Die Geschichte des ersten Wettkampfteils ist schnell erzählt (die der anderen beiden übrigens auch): Die schmalbrüstigen, dafür aber flinken Spielertypen konnten ihre «Korbball-Fähigkeiten locker abrufen» und legten eine gute 8.46 vor. Hätte der Wertungsrichter der Mannschaft nur schon erlaubt, vor dem Wettkampf einen Schritt auf den Platz zu setzen oder einen Ball zu berühren oder hätte er statt Schimpfen und Fluchen ein einfaches «guete Morge» über die Lippen gebracht, wer weiss, ob die «Bälleler» an der Note 9 nicht mindestens gekratzt hätten. Gleichzeitig machten die kräftigen Werfer die Ettinger-Strasse unsicher und erzielten in der Disziplin Wurfkörper eine ausgezeichnete Note 8.71 (Ober-Fätze Urs setzte mit einem Wurf auf rund 49m eine erste Duftmarke). Ein guter Auftakt, sicher. Aber die Frage des Tages war immer noch ungelöst: «Wo isch dr Wale?
Bei Espresso und Gipfel zwischen dem ersten und dem zweiten Wettkampfteil (der gemeine Werfer scheitert nicht an Dehydrierung – er schwitzt ja nicht - sondern höchstens an Futterentzug) dann die Meldung: «Dr Wale isch do!» Aber oh Schreck, wie sieht er aus? «Ich wollte mit dem Velo kommen, habe die Mittelstrasse auf ihre Druckfestigkeit überprüft – kann man vielleicht vom Perimeter abziehen – muss Gemeinde anfragen». Wahrscheinlich hat er uns das gesagt, verstanden haben wir's nicht, aber vermutet. Trotz dieses Sturzes also und mit arg verbeultem Kopf ist er nach Aesch gekommen um im zweiten Wettkampfteil mit den Kugelstössern in das Turnfest einzusteigen und mit den Werferkollegen einen schönen Samstag zu verbringen.
Mit diesem Ziel vor Augen verspürte er keine Schmerzen mehr! Die vier schweren Jungs erzielten denn auch eine schöne Punktzahl von 8.75, wobei Alex mit einer Weite von rund 12.30m oben aus ragte und Walters rund 11.80m angesichts des verbeulten Kopfs mehr als beachtlich waren. André und Thomas liessen den beiden den Vortritt und sicherten nach hinten ab. Die flinken Jungs waren derweil im Fit & Fun engagiert. Verglichen mit den Trainings und objektiv gesehen lief es sehr gut, die Akteure (Paty, Urs, Hans, Kili, Kipper, Begg, Präsi und uns Scheff Matthias) waren zufrieden. Selbst der grosse Fit & Fun Guru Seppi-von-Dittingen zeigte sich von den Resultaten angetan. Doch mit Bekanntgabe der Ergebnisse am Abend zeigte sich, dass die Punktzahl nicht mit der erbrachten Leistung mitzuhalten vermochte. 7.96, damit hatten wir nun doch nicht gerechnet.
Vor dem dritten Wettkampfteil fragte wieder einmal einer – wir wissen's schon – «Wo isch dr Wale?» Ah ja, wir konnten ihn ja überreden, sich der Sanität zu stellen. Auf den Einsatz im Schleuderball verzichtete er dann. Es habe ihm heute schon genug gedreht! Obwohl sich Kipper zurück hielt – er machte sich um das kurze Flugfeld bzw. um den dahinter stehende Stall Sorgen – drehten sich die Werfer zu tollen Weiten und erzielten mit 9.64 ein Spitzen-Resultat. Auch die Fit & Funner kamen erleichtert vom dritten Einsatz. Alles habe geklappt, keine Fehlzuspiele, keine Zusammenstösse, immer den richtigen Ball an den richtigen Ort geworfen – super gelaufen, sogar die Gegner haben geklatscht! Wir meinten aus Respekt. Am Abend dann der Schreck: Mit 7.17 fiel die Note dann doch seeehr tief aus. Hatten diese Kerle gar nicht applaudiert, sondern aus einem anderen, fiesen Grund geklatscht…?
Insgesamt resultierte eine Gesamtnote von 25.08, was uns den 19. Rang in der 4. Stärkeklasse brachte. Auch wenn die Punktzahl nicht wirklich sehr hoch ausfiel, die Leistungen waren gut, da gibt's nichts! Die Stimmung ebenfalls, schon die Trainings haben Spass gemacht und der Wettkampf sowieso – also, alles so wie es sein soll! Aesch war ein Ausflug wert. Wale wünschen wir gute Besserung und Hand auf’s Herz: Es gibt welche, die sehen auch ohne Sturz nicht besser aus!
